Für Euch getestet: AVON Roadrider

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Reifentest Avon Roadrider[/b]
 
Manchmal hast Du keine Wahl. Bei der Reifendimension zum Beispiel. Wer sich nicht gerne auf Diskussionen mit der Landesprüfstelle einlässt und auch nicht illegal unterwegs sein mag, dem bleibt oft nur eine Möglichkeit, sprich Dimension zur Wahl. Bei halbwegs aktuellen, gängigen Maschinen selten ein Problem etwas Passendes zu finden. Die neueste Generation leistungsfähiger Sport- und Sporttouringreifen wartet auf den geneigten Käufer. Wer einen Youngtimer sein Eigen nennt, muss sich dagegen mit einem weit abgespeckten Sortiment begnügen. Auf den Testsieger setzen? Fehlanzeige. Powerpiloten, Angels, Diablos, Road- Race oder sonst welche Attacks – nicht in 120/90-18 und vielen anderen Youngtimergrößen. Die Informationen zu den angebotenen Modellen sind spärlich, selbst die Herstellerangaben gehen kaum über leere Floskeln über „ausgezeichneten Halt in allen Situationen“ – aha – hinaus. Brauchbare Test im Netz sind Mangelware, zum Avon Roadrider habe ich überhaupt nichts Nützliches gefunden. Obwohl dieser Reifen in einer erstaunlich breiten Palette früher gebräuchlicher Dimensionen angeboten wird. So habe ich mich aufgerafft Euch ein wenig über meine Erfahrungen mit diesem Reifen zu schreiben und so, aus meiner ganz persönlichen Sichtweise ein paar Anhaltspunkte zu geben.
 
Vorweg, ich hätte diese Reifen wahrscheinlich nicht ausgewählt, schon allein aufgrund des angesprochenen Informations-Vakuums. Ich habe einen Satz fast neuer, eineinhalb Jahre ab DOT alter Avon Roadrider auf einer Kawasaki GPz 750R  (auch als KZ 750 R bekannt) Baujahr 1982 gekauft. Der Vorbesitzer hat die Reifen letzte Saison aufziehen lassen und ist glaubhaft knapp 1000 Kilometer damit gefahren. Ich habe seit Saisonbeginn weitere 3500 Kilometer damit abgespult. Die Dimensionen sind: vorne 100/90-19 und hinten 120/90-19. Die angebotenen Alternativen in diesen Dimensionen sind überschaubar, preislich liegt der Avon ziemlich in der Mitte der überschubaren Angebote. Bei der Montage überrascht der Reifen durch eine Eigenheit: die Laufrichtungen sind bei manchen Dimensionen für das Vorder- und Hinterrad entgegengesetzt orientiert. Anders gesagt, will man einen Reifen als Vorderreifen verwenden muss er in die eine, am Hinterrad in die andere Richtung drehen.
Der Trockengrip ist überraschend gut. Vorausgesetzt die Reifen sind anständig warm gefahren. Die Erwärmung geht ab etwa zehn Grad Außentemperatur problemlos in vier, fünf Kilometern Landstraße. Kalt ist der Grip erheblich schlechter, der Unterschied zwischen Kalt und Warm ist subjektiv wesentlich größer, als z.B. beim Michelin Pilot Power auf meiner der 600er Ninja. Einmal warm gefahren macht der Raodrider alles mit, was Fahrwerk und Motor der alten Dame verkraften und geht dabei unauffällig und neutral zu Werke. Der Grenzbereich kündigt sich klar an. Beim Bremsen auf trockener Fahrbahn vermittelt vor allem der Vorderreifen ein sicheres Gefühl – auch hier keine Anzeichen von Überforderung mit der Einkolben-Doppelscheibe. Natürlich kann man alles provozieren, aber im zügigen Alltagsbetrieb sind keine Probleme zu erwarten. Hier scheinen die Entwicklungen der vorletzten Jahre eingeflossen zu sein – ein verlässlicher Reifen mit dem der Youngtimer richtig Spaß macht.
Bei Nässe sieht die Abrechnung leider ganz anders aus. Grip und Stabilität lassen stark nach und verlangen nach mehr als defensiver Fahrweise. Die alte Dame wird richtig ungemütlich bei Regen und Alltagssituationen können leicht brenzlig werden. Eine nicht gleich erkannte Bodenmarkierung, genauer ein Zebrastreifen in einer wenig scharfen Kurve hätte mich im Regen nur knapp auf die Goschn gehaut. Dennoch möchte ich den entsetzlichen Nassgrip dem Roadrider nicht zu schwer anlasten – korrigiert mich – ich glaube nicht, dass es derzeit einen Reifen in den besprochenen Dimensionen gibt, der das wesentlich besser macht. Die Technologie der Volumenmodelle im Sport- und Sporttouringsektor ist nach meinem Wissenstand hier noch nicht verfügbar. Vielleicht hat jemand bessere Erfahrung mit dem Michelin Pilot Activ, auch der Bridgestone BT 45 soll nass ganz gut sein. Zuletzt der Verschleiß: schaut ganz gut aus nach über 4000 Kilometern. Ich würde sagen, nochmals 3-4000 müssten schon drin sein.
Fazit: am Anfang war ich skeptisch. Nach drei Monaten mit diesen Reifen ist die Bilanz nicht schlecht. Solange es trocken bleibt ist der Avon Roadrider ein brauchbarer Begleiter auf der GPz 750R und macht das 79 PS Programm des Youngtimers anstandslos mit. Kein Vergleich mit den alten Schlappen, die wir Mitte der Neunziger Jahre auf solche Bikes gezogen haben. Viel mehr wird man sich in dieser Dimension nicht erwarten dürfen.
 
Euer Alex
 
In eigener Sache: es wäre schön, wenn sich weitere Youngtimer Freunde finden, über ihre Bereifung zu erzählen. Da ich die GPz 750 R mit eben diesen fast neuen Avon bekommen habe, war ich nicht in der Verlegenheit eines Kaufes. Für ein anderes Motorrad bin ich noch am Grübeln. Und ich finde die Entscheidung ist gar nicht einfach. Wenn ich heute einen modernen Sportreifen kaufe, kann ich in Wahrheit nicht viel falsch machen. Ich bekomme entweder einen sehr guten oder einen sehr sehr guten Reifen, auch wenn eingefleischte Fans einzelner Hersteller das nicht gerne hören. In den Youngtimer Dimensionen orte ich dagegen schon noch ein paar faule Eier am Markt.

servus
ich habe den avon auf einer suzuki katana 1100 gefahren.
im trockenen top,also wirklich genial de rückmeldung,sowas kenn ich nur von neueren reifen.
habe davor metzeler m33 und micheline gefahren den m48 und dann den macadam,also meiner meinung nach ist der avon eine offenbarung.im regen ist der reifen,wie du auch schreibst ,mit vorsicht zugeniessen,da ist er leider sehr schlecht,halt gerade das gegenteil vom trocken grip.hab jetzt aber auf pvm felgen umgerüstet in 18 zoll da kannst dann an bt 021 aufziehen.
lg silli

 
Wollte noch was anfügen, weil ich mir noch Meldungen zum Avon Roadrider aufgefallen sind: einige Berichte in anderen Foren sprechen eine ausgeprägte Neigung des Reifens zum Lenkerflattern an. Das habe ich in meinem Bericht nicht erwähnt, weil ich es eigentlich auf die alten Dämpfer und ein vielleicht nicht optimal gewuchtetes Rad zurückgeführt habe. Nachdem ich gelesen habe, dass dieses Problem beim Roadrider öfter auftreten dürfte würde ich das bestätigen:
Mein Vorderreifen flattert zwischen 115 und 130 km/h deutlich. Bei langsamerer oder schnellerer Fahrt ist er die Ruhe in Person. Ich habe vor, das Rad bei Gelegenheit von einer guten Werkstatt auswuchten zu lassen - wenn es dann noch immer flattert wird es der Reifen selbst sein. Ich muss sagen die Flatterei ist ziemlich unangenehm und verunsichernd, sie tritt besonders beim Beschleunigen, weniger bei gleichmäßiger Fahrt auf.
 
Alex

Schau dir den Reifen mit Laserpointer an, vielleicht hat der Reifen (oder die Felge) Seiten, oder Höhenschlag.

 
Ich werde das probieren! Bevor man dem Reifentyp die Schuld gibt, sollte das ausgeschlossen werden. Danke.

also das kann ich nicht sagen,der grip und das einlenkverhalten meiner katana hat sich sehr und wirklich sehr positiv geändert mit dem avon.
lg silli

deffinitiv da ollagräßte Scheiß´ndreck, den i jemois dalebt hob und is noch knopp 1.000 Km wieda owikumman und entsorgt word´n. :face_with_open_eyes_and_hand_over_mouth: :sob: :face_with_diagonal_mouth: :cold_face: :sunglasses: :rage:

da hat er recht,da simmeringer.aso da bin i am montag a vorbeigfahren in simmering wia i am weg zum neisiedlersee war.
lg silli der endlich wieder in de berg ist

hot´a do ka Möldung g´mocht, da Maunn aus den Berg´n? Do hätt´ ma doch an g´schwind´n Hopf´nblüt´ntee nehman kännan. :dizzy_face:

:wink: da mann aus de berg hat leider an knappen spielraum… zeitlich gehabt… :cry:
aber so hat er ja an grund wieder mal in des flachland zukemmen :grin:
i hab nitmal für an heirigen zeit gehabt … :eyes:… und des hat ma mei sozia a bisselle krumm genommen…
aber in siegmundsherberg war ich,a mords gaudi :sunglasses: mit der mimm und im fritz…exklusive führung durchs neiche, motorradelmuseum vom keller bis in dachboden vo oam ende zum anderen ohne eintritt zubezahlen… :wink: weil de mimm glei gsagt hat innsere tiroler sein wieder da, und logo seins gäste des hauses.na ja, hats halt a spende fürs museum gegeben.
lg aus de berg silli
koa ahnung wiso i koa bilderl mehr aufiladen kann ???
i hab an haufen vo dera runde
…de kalte kuchel ist nit schlecht … :eyes:…aber wennst in de dolomiti super gripi kommst woast was rockt

 
Für alle, die es interessiert ein kleines Update im Oktober:
 
Meine Roadrider sind jetzt bei etwas mehr, als  7000 Kilometern und der Indikator ist am Hinterreifen noch gute 1,5 mm entfernt. Am Vorderreifen ist noch wesentlich mehr Profil drauf. Jetzt in der nasskalten Jahreszeit machen sich die Schwächen des Roadrider deutlich bemerkbar. Die Hauftung beim Bremsen ist eigentlich noch akzeptabel, aber in der Kurve bleibt bei Nässe und Kälte ein ganz blödes Gefühl. Beim Rausbeschleunigen aus Kurven merkt man, dass da kaum Reserven mehr sind. Eigentlich komisch - ein Reifen aus England sollte doch nasse Strassen mögen.
 
Fazit: im Sommer hat der Roadrider echt Spaß gemacht und eine überraschende Performance gebracht. Warmgefahren auf der trockenen Piste ein echter Wohlfühlreifen mit anständigem Handling und guter Leistung. Auch der Verschleiß passt. Aber jetzt sind die Saison und der Spaß zu Ende.
 
Alex
 
PS: das von mir weiter oben beschriebene Lenkerflattern und die Unruhe am Vorderrad muss ich aus heutiger Sicht relativieren: bei meiner Maschine dürfte das an einem unrunden Motorlauf und Vibrationen gelegen haben. Jedenfalls ist das Problem seit einer Wartung des Vergasers, bei der eine Quelle für falsche Luft beseitigt worden ist praktisch weg, ohne dass an Reifen oder Felgen etwas gemacht wurde.