Guzzi 8V Umbau auf MGS 02 vielleicht...

…kann man so etwas doch noch Werksseitig erleben? Was uns das Werk noch vorenthält hat nun ein privater Tuner auf die Räder gestellt. Sehr nett und gut gelungen: http://www.cpracing.it/images/CP%20Racing%20018.jpg

Lg Kasperl

Bin zwar normal nicht so der Guzzi Fan, außer vielleicht von der V11 (naked), aber diese Studio bzw. dieses Tuner Modell wäre nur mal von der Optik sofort eine Kaufoption. :grin:

Sehr schönes Teil, aber ich befürchte sowas wird es nie zu halbwegs zahlbaren Konditionen von Moto Guzzi geben, obwohl eigentlich fast alle Teile dafür im Baukasten verfügbar wären…

Na ja, manchmal habe ich das Gefühl, Moto Guzzi steht sich selbst auf den Füssen rum und schafft es nicht die richtigen Motorräder in halbwegs vernünftiger Zeit rauszubringen. Ich will da z.B. gar nicht auf die Stelvio eingehen, sondern ein wesentlich anschaulicheres Beispiel nennen:

Da haben sie z.B. seit Urzeiten einen Einsteigermotor im Angebot, schaffen es aber erst nach Jahrzehnten und allen anderen Motorradherstellern, die Breva 750 rauszubringen.

Dazu kommt noch, dass die ersten Modelle unter Makeln auf den Markt kommen und bis die auskuriert sind, ist der Ruf meist schon ruiniert. Eigentlich schade, denn z.B. die Breva gefällt mir sehr gut.
Wie geht das Zitat? Wer zu spät kommt…  Na ja, den Rest kennen alle.

Einerseits kommt Guzzi zu spät und andererseits wieder zu früh mit enem Modell. Beispiel: Die V11 ist um Jahre zu spät gekommen, als Ducatis Monster sich schon eingebrannt hatte. Zum etwa selben Zeitpunkt wäre sie eine gute Alternative gewesen. Ducatis erste Monster hatte 78PS, die Guzzi V11 90PS und hatte im Gegensatz ein sehr schön klassisch sportliches Design. Na ja, wie immer es wurden zu wenige verkauft und heute suchen viele eine schöne Erstversion.

Wenn wir die Griso nehmen, sie wurde Anfangs gut verkauft und dann kam ohne Vorwarnung schon die 8V. Hier war die Erstversion gerade dabei sich am Markt zu etablieren, sie Polarisierte mit ihrem speziellen Auspuff, aber die meisten waren hingerissen vom Design des gesamten Modells. Ob der Motor nun 1100cm oder 1200 hatte war dabei Nebensache. Guzzi hätte hier mit Modellkonstanz eine neue Linie von Cruisern etablieren können. Bevor dies geschehen konnte, setzten sie schon einen völlig neuen Motor nach, den bis heute keiner versteht.

Die Kundschaft ist überfordert mit diesem Hin und Herspringen in der Modellpolitik. Ich denke es gibt keine Modellpolitik, so wie es BMW erfolgreich vorgemacht hat. Man denke nur etwas zurück: BMW Boxer als 2 Ventiler hat schon ewig und etwas länger 1200ccm. Der endlich neue Motor mit vier Ventilen ist mit 1100cm gekommen. Alle Modelle haben nun 1100ccm und vier Ventile. Dies muss der Markt nun erst kennen lernen und verstehen. So etwas dauert einige Jährchen bis es sich zum letzten möglichen Kunden herumgesprochen hat. Wenn das erreicht ist, dann ist es an der Zeit für die Erstkunden wieder etwas zu tun, sie haben ja inzwischen bereits 100.000km gespult und sie möchten wieder etwas neues haben. Also Hubraum auf 1150ccm nun ensteht der Boom auf 1150ccm umzustellen. Das Spiel geht weiter und später auf 1200ccm, schliesslich auf eine kleine Leistungssteigerung, bis noch eine zweite Nockenwelle dazukommt (2010) und vielleicht in einigen Jahren 1250ccm am Papier, (die im Motor ja dann auch nur echte 1199 sind).

BMW hätte auch sofort 1200ccm machen können, aber dann wäre diese Scheibchentaktik nicht möglich gewesen. Immerhin sorgt diese dafür, dass es jetzt von 1100ccm über alle Varianten bis zur letzten Ausbaustufe alles auf unseren Straßen krebst und fleucht. Alles wird vom Konsumenten als ein einziges Modell gesehen, das ja sooooo erfolgreich ist, also muss es so perfekt und richtig sein. Nur dieses Konzept und sonst keines steht in der Bibel. Ja, die Bayern haben das richtige Gespür für das Volk. Sie haben die erfolgreiche Taktik von VW (Golf- Aufgüsse bis zum erbrechen) auf die Motorradwelt übertragen.

Moto G macht das nicht, bringt sofort seine neue Entwicklung auf den Markt und überfordert den Kunden. Auch das Thema Stelvio die selbe Problematik. Was wäre es schöm gegangen, wenn sie nicht versucht hätten den hässlichen Teil von BMW zu kopieren, sondern wenn sie an die eigene Tradition angeschlossen hätten. An die eigene Quota z.B. und auch an typisch italienische Erfolgsmodelle wie die Cagiva Elefant z.B. Wenn Cagiva schon so dumm ist, die Elefant komplett zu streichen, dann hätte Guzzi mit ähnlichem Design, großem Tank und dem schlichten 1200er 2 Ventiler, das erste Modell bringen können. Es gibt dann im Baukasten noch den 850er für Einsteiger und für eine günstiger ausgestattete Version. Den 1200er 4V Motor hätte man erst bei einem klassischen Sportmodell verwenden können. Dies kann teuer und exclusiv gehalten werden und erst wenn viele neue Quota verkauft sind, kommt einmal das „Übermodell“ mit diesem Motor. Dann ist er aber auch schon ausgereift, keinen Dreh-Moloch muss er sich vorwerfen lassen und alle (Guzzisti) lechzen danach und sparen über Jahre um sie sich endlich zu leisten.

Guzzi stellt keine Träume in den Markt, sondern kommt gleich mit den Tatsachen. Wie eine Frau, die gleich zu allem bereit ist…
Sie nehmen uns eine lange Reizphase einfach weg, das ist ärgerlich und stösst viele vor den Kopf :smiling_face:
Was kein Verständnis findet, wird auch nicht gekauft. Ganz Klar!

Mein Vorschlag, die aktuellen Griso 8V, Stelvio 1200 und 1200 Sport erst dann als neues Modell betrachten, wenn sie bereits wieder aus dem Programm genommen wurden und man keine mehr bekommt, wie die V11. :grin:

Ich für meinen Teil, habe zwar eine neue Breva 1200 zu Hause und stehe jede Woche einmal vor der weissen Griso 1200 8V und weiß genau, dass die auch noch auf mich wartet. Nicht nur die Frau zu Hause, sondern auch noch eine Freundin hat ihre Reize…

Lg Kaschperl

Das Problem war doch nicht, dass die Kunden wegen 100ccm mehr überfordert waren, sondern weil teilweise die Motoren noch nicht ganz fertig waren (z.B. Dellen im Drehmomentverlauf etc.) und somit die Kunden wieder mal Betatester waren. :sob:

Warum ist Moto Guzzi nicht in der Lage, z.B. eine Griso 4V und eine Griso 8V parallel anzubieten? Andere können das ja auch… Wenn schon Moto Guzzi teilweise Bananen auf den Markt wirft, warum können sie dabei nicht z.B. die bewährten Motoren parallel nochmals anbieten? Manchmal verstehe ich die Politik einiger Unternehmen nicht… Dann würde man wenigstens das Imagerisiko beschränken… :grin:

…kann keine Rede sein. Guzzi ist ja nicht Microsoft!
Wenn andere Marken Drehmomentdellen seit Jahren spazierenfahren, so darf doch Guzzi wohl auch oder?

Hast du schon eine nagelneue Motor und Antriebskonzeption erlebt die auf Anhieb fehlerfrei gelaufen ist? Das angeblich so rückständige Guzzi Konstruktionsteam hat dies geschafft. Einen Material- Härtungsfehler gab es beim neuen Motor an der Nockenwelle. Er wurde unkompliziert nicht nur bei Kunden, sondern auch bei allen Lagerfahrzeugen behoben, obwohl die noch keinen Meter gelaufen sind.

Eine andere Marke mit Zweizylindermotor ist seit 20 Jahren mit Getriebe u. Antriebsproblemen aller Art und Drehmomentdellen in Kundenhand unterwegs und niemanden stört es. Vielleicht wird hier mit zweierlei Maß gemessen.
Wie wir wissen, werden oft Birnen mit Äpfeln verglichen und gewinnen tut immer eine Gurke!

Natürlich hat die Stelvio der ersten Serie diesen Einbruch auf 77Nm. Na und? Welches Drehmoment hat eine 750er als höchsten Wert?
Darüber habe ich eh schon ausführlich berichtet, also warum noch immer…

Lg Kaschperl

Ducati hat vor einigen Jahren das unmögliche geschafft: Mit der 916er konnten sie japanische Superbikes mehr oder weniger in Grund und Boden fahren, das Motorrad sah aus wie aus einer anderen Epoche und fuhr sich genial. Kurz: Ducati hat einen Mythos geschaffen.

Mehr oder weniger gleichzeitig hat Ducati eine weitere Designrevolution hinbekommen: Die Monster. Kaum ein anderes nacktes Motorrad sah so unverschämt gut aus. Ein weiterer Mythos war geboren!

Ducati lebt bis heute von den beiden Motorrädern 916 bzw. Monster. Wenn ein Supersportler von der Designlinie der 916er abweicht, ist die Hölle los (z.B. bei der unsäglichen 999er).

Moto Guzzi hat kaum echte Designikonen geschaffen, zumindest nicht in den letzten 25 Jahren. Da hat Ducati den wesentlich besseren Job gemacht, über die Gründe müssen wir nicht reden.

Der Punkt ist vielmehr: Moto Guzzi hat es lange nicht geschafft, mit ihren Motorrädern über breite Schichten hinweg emotionen zu wecken. Nun ist aber Motorradfahren sehr emotionsabhängig und reine ‚Buchhaltertypen‘ fahren nun mal eher Kawa ER-5 oder CB500 als V11…