Der Ekel
An der Wand ist ein weißes Loch, der Spiegel. Das ist eine Falle. Ich weiß, daß ich mich fangen lassen werde. Da! Das graue Ding ist im Spiegel aufgetaucht. Ich trete näher und sehe es an, ich kann nicht mehr weggehen.
Das ist die Spiegelung meines Gesichtes. Oft, an diesen verpfuschten Tagen, sehe ich es lange an. Ich werde aus diesem Gesicht nicht schlau. Die der anderen haben einen Sinn. Meines nicht. Ich kann nicht einmal entscheiden, ob es schön oder häßlich ist. Ich denke, es ist häßlich, da man es mir gesagt hat. Aber das trifft mich nicht. Eigentlich bin ich sogar schockiert, daß man ihm derartige Eigenschaften zusprechen kann, so als wollte man einen Erdklumpen oder einen Felsblock schön oder häßlich nennen. […]
Mein Blick wandert langsam, unwillig über diese Stirn, über diese Wangen: er trifft auf nichts festes, er versandet. Natürlich, da ist eine Nase, Augen, ein Mund, aber das alles hat keinen Sinn, nicht einmal einen menschlichen Ausdruck. […] Meine Tante Bigeois sagte zu mir, als ich klein war: „Wenn Du zu lange in den Spiegel schaust, wirst Du einen Affen sehen.“ Ich muß wohl noch länger hineingeschaut haben: was ich sehe, ist noch weit unter dem Affen, an der Grenze der pflanzlichen Welt, auf dem Niveau der Polypen. Das lebt, ich bestreite es nicht, aber es ist nicht dieses Leben […]
Sartre, Jean-Paul (1938)
Herrlich, kennt noch wer den Autor und dessen Bücher
clever&smart,und popey
was anderes:
„Muss ich auf einen Totenkopf am Ring schauen, wenn ich einen im Gesicht habe?“
Wer hat das von sich gegeben?
lg,
hubert
andere Literatur von 1938
MEIN KAMPF
Hehehehe
denn als vertreter des Atheistischer Existenzialismus…
kann net viel mit seinen werken anfangen, wenn gleich ein paar seiner ansätze nicht uninteressant sind…
Ciao
Alex
agnostikern is sartre zu radikal ;o)
deiner aussage etwas abgewinnen
:o)