Hallo Ihr Lieben,
ich habe diesmal ein echtes Problem. Zur Vorgeschichte: ich - mäßig begabter Schrauber - meinte letztes Jahr meiner Ninja 600 (Kawasaki ZX600F 1995) gutes zu tun und habe Zündkerzen gewechselt und ungedrosselte Vergaserdeckel montiert. Dabei habe ich sorgfältig gearbeitet und eigentlich war das nicht schwierig. Irgendetwas muss ich aber trotzdem falsch gemacht haben beim anschließenden Zusammenbau - das Ding wollte nachher nicht mehr anspringen. Ich vermute bis heute es muss mit den Unterdruckschläuchen zu tun haben. Wie auch immer, ich habe mich dann aus privaten Gründen nicht mehr darum gekümmert und die Maschine ist über den Winter gestanden. Da auch ein neuer Anlauf mit Reparaturanleitung die ich dafür besorgt habe mich nicht weiter brachte und ich nicht länger umscheissen wollte…
… geht der gutgläubige Mensch in die Werkstatt. Dort wurde mir erklärt, die Vergaser sind sicher zu und gehören ausgebaut und gereinigt, das werde ca. 2 Arbeitsstunden kosten. Gut, dachte ich, das ist es mir wert, brauche mein Bike schnell und gleich ordentlich hergerichtet. Naja zwei Tage später ein Telefonat - wenn mir ähnliches nicht schon öfter passiert wäre, würde ich meinen, OK: …also der Vergaser ist "völlig verdreckt, die Düsen grünspanig, das dauert länger, ich soll mich auf das doppelte einstellen. Naja was soll man dazu sagen, da bist gefangen, hätt ich sagen sollen, ich nehm sie mit zerlegtem Vergaser heim. Nein, also Augen zu und durch. Dachte ich mir auch, als es dann 4,5 Arbeitsstunden gestern wurden - was das kostet denke ich ist hinlänglich bekannt.
Jetzt aber fängt das Problem an: bin dann gleich mit der Mühle zum Pickerl (ÖAMTC) gefahren und habe mich schon auf die Saison gefreut. Da ist mir schon aufgefallen, dass sie zwar mit wenig Gas ganz gut, im Stand etwas niedrig läuft, aber mehr als Halbgas sehr schlecht annimmt. Ausserdem stinkt sie so nach unverbranntem Benzin, dass man es an jeder Ampel riecht. Der ÖAMTC hat das dan objektiviert: 9000 ppm HC und 5,9 % CO - eine gute Abstimmung schaut ganz anders aus, diese Werte sind nicht ein bisser daneben, sondern richtig. Ich habe mit den Leuten beim ÖAMTC offen gesprochen. Die Maschine hat einen JetKit, mit dem habe ich sie schon gekauft. Sie hatte immer etwas mehr, vielleicht 400 oder 500 ppm HC, aber nicht sowas. Außerdem ist sie sehr gut gegangen, hat immer super angenommen, war am Leistungsprüfstand genau wo sie sein sollte… Die Leute beim ÖAMTC meinten, die Warkstatt hat offensichtlich die Abstimmung warum auch immer nicht hinbekommen und müsse das eben (auf Reklamation) nachkorrigieren.
Ich habe dann mit der Werkstatt Kontakt aufgenommen, bin nochmal hin. Der Chef dort war ruppig, ist eine Runde gefahren, meinte ihm könne man keine Schuld geben, das sind die scheis Jetkits, die die Düsenstöcke schädigen und der Treibstoff neben der Düse durchginge etc. er habe sie nicht magerer bekommen, sie ist lange gestanden, ich soll sie einmal gscheit hochjagen auf der Autobahn, der Vergaser war so dreckig…
OK hab ich gesagt, ich fahr zwei- dreihundert Kilometer und melde mich am Montag. Auf der Autobahn war es ein Gräuel, sie verschluckt sich beim Gasgeben, kommt bergauf kaum über 120 im letzten Gang, in niedrigeren Gängen qualvoll, einmal hab ich nicht einmal einen LKW überholen können, weil sie ganz abgestorben ist… War nichts mit durchputzen, der Vergaser ist nicht in Ordnung.
Meine Frage: wie würdet ihr dieser Sache weiter begegnen? Das ist eine kleine Werkstatt in Wien, ich war schon zweimal vorher da, die sind nicht sonderlich sympathisch aber haben bis jetzt gut gearbeitet und waren etwas günstiger, als große Betriebe. Ich möchte das ohne Streit lösen, aber so wie ich das einschätze werde ich da abgeschasselt. Fazit ist aber, dass ich knapp 400 Euro bezahlt habe und mein Motorrad jetzt zwar läuft aber wie? Der ÖAMTC Mann meinte, der JetKit ist keine Ausrede, damit muss man einen Vergaser auch abstimmen können und ausserdem sollte dann die Leistung zumindest passen, wenn man schon nicht mehr spürt. Und vorher ist sie ja gut gelaufen. Verbastelt? Ich habe den Vergaser ja selbst nie herausgenommen oder dergleichen, nur die Deckeln runter und neue drauf geschraubt.
Ich fürchte die Werkstatt wird versuchen sich rauszureden, sie ist verbastelt gewesen, Jet Kit, ausgeschlagene Düsenstöcke bla bla bla. Und am Ende werde ich wo anders hingehen und nochmal diese Größenordnung hinlegen müssen. Was ich - auch wenn es wirtschaftlich bei so einem alten Bike ein Unsinn ist - wahrscheinlich tun werde, wenn mir nichts anderes übrig bleibt, da mir persönlich sehr viel an dieser Maschine - meiner ersten - liegt.
LG
Alex

