Wo sind die Modelle die uns in die Zukunft bringen?

1. Ein Auto mit 5 Sitzplaetzen und 200 Ps Leistung verbraucht weniger Benzin wie ein 600 ccm Mittellkasse Motorrad
Stichwort hoher Benzinverbrauch: Warum hat die Industrie ueber Jahre so einen Unsinn erzaehlt wie das gehe nicht anders wegen der schlechten Aerodynamik von Motorraedern? Wenn man fruehzeitig Motorraeder mit zeitgemaessen Benzinverbraeuchen entwickelt haette, dann waehre der Motorradmarkt jetzt nicht in einer so schwierigen und angreifbaren Situation.

2.Explodierenden Kosten, kein Mehrwert
Wie aus 1. folgt sind 90% der angebotenen Motorraeder am Markt oder an der Zeit oder beidem vorbeikonstruiert - und damit eigentlich ueberfluessig. Gleichzeitig ist der Unterhalt so kostenaufwaendig, dass viele nur noch abwinken (koennen?).

3. Wie will man auf Dauer von Kunden leben, die 3000 km in Jahr fahren?
Das ist die logische Folge, wenn man den Kunden permanent erzaehlt Motorrad fahren sei eine emotionales, ueberfluessiges Hobby. Krankes Marketing das sich selber abschafft.

Hallo Peter,

was stellst Du denn da für komische Forderungen?! :wink:
Aber Spaß beiseite, ich glaube nicht das die Erfüllung deiner Forderungen ernsthaft dazu beitragen, den Motorradmarkt wesentlich zu stabilisieren und zwar aus einem gaaaanz einfachen Grund:

Motorrad fahren ist ein emotionales,überflüssiges Hobby, das dazu noch sehr gefährlich ist.

Jeder Dacia Logan bietet mehr Nutzwert als eine 600er und ist nicht wesentlich teurer. Man hat eben ein Dach über"m Kopf, einen besseren Unfallschutz als auf einem Motorrad und kann sogar 5 Leute samt Gepäck transportieren. Und vom Winter brauchen wir gar nicht erst anfangen. Selbst wenn eine 600er 3L weniger braucht müsste man schon sehr weit fahren, um allein die laufenden Kosten einzusparen. Dazu sind die Verschleißteile erheblich teurer als beim Auto und viele Leute müssten dazu noch einen Führerschein machen, der allein schon mehr Geld kostet als man jemals wieder reinbekommt.
Blieben also die 50er und, mit Abstrichen, 125er. Da ist der Verbrauch mit 2-3L/100km ok, aber im reinen Stadtverkehr stellt sich dann noch die Frage ob öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad nicht besser sind.
Und wenn ich sehe, das das meistverkaufte Motorrad dieses Jahr die BMW GS ist, dann scheinen Kosten nicht wirklich die große Rolle zu spielen. Denn mit dem was ich in der Anschaffung mit beispielsweise einer 1250er Bandit spare, kann ich lange tanken. Und wenn"s BMW sein muß, gebe es ja auch sparsamere Modelle, aber die sind einfach nicht gefragt…
Motorrad fahren ist und bleibt ein Luxus (zumindest in Deutschland, wo ganzjähriges Fahren nicht möglich ist), den sich im Moment viele einfach nicht leisten wollen oder können… Und wenn man ganz ehrlich ist, 200PS braucht auch so gut wie niemand im Auto, aber es ist halt nice to have…



Wie oft braucht man das denn realistisch gesehen, 5 Personen plus Gepäck? Genau von dieser überholten Logik gilt es loszukommen.

Seit dreißig Jahren verwendet die Industrie das Potential der Entwicklungsabteilungen hauptsächlich darauf Titanventile zu erfinden oder jedes Jahr 2,3 PS mehr aus der 1000-er rauszuholen. Das Resultat: Motorräder wie die GSX-R 1000 mit ihrer völlig veralteten Motortechnik, Dinosaurier von vorgestern. Interessiert das wirklich noch ein Schwein? Wie ich am 2009-er Jahrgang sehe fährt man trotzdem ungerührt fort die Dinosaurier als die letzte Errungenschaft der Evolution anzupreisen.

Die meisten von denen die weiter hauptsächlich auf Käufer mit den großen Emotionen setzen werden aussterben. Die langfristigen Kaeufer sind nicht die mit 3000 Km Jux-Gesamtfahrleistung. Es sind diejenigen die lange fahren, und ja, die auch wenn es geht mit dem Motorrad zur Arbeit fahren, oder im Winter. Die müssen nicht 201 Ps haben um irgenwelche Testosterone rauszulassen.

Praxisuntaugliche Spielzeuge und fragile Designerscherze gibt es genug. Was fehlt sind Motorräder / Zweiräder die in der Umwelttechnik mindestens auf den Strand der Autos aufholen, sowie innovative praxistaugliche Ideen für Individualbeförderung und Freizeit bieten.



Ok, fragen wir mal so, fährst Du eine 125/250er? Die kann man mit ~3L/100km fahren. Oder fährst Du etwas Größeres? Ich für meinen Fall will nicht mit "ner Honda Innova durch die Gegend fahren. Dann Spar ich mir die 2.000,- € für das Fahrzeug + xxx € für Klamotten + den Streß mit vor der Arbeit umziehen/duschen und fahr gleich mit dem Auto.

Die Innova fährt hier als Wave millionenfach herum. Die verbraucht unter 2 l / 100 km. Die ist fuer die Stadt sicher nicht falsch.

Warum sollte ich von Dir erwarten eine 125 ccm zu kaufen? Die Basis des Marktes ist die freie Wahl. Wenn es Deine Wahl ist Motorräder zu fahren welche 200 Ps haben ist das eben so, da wird es sicher immer jemanden geben der Dich versorgen kann.

Ich sehe die dringende Notwendigkeit endlich in die Puschen kommen und ernsthaft mit der Konstruktion von zeitgemaessen Motorrädern anzufangen. Wozu selbstverständlich der Benzinverbrauch gehoert, aber nicht nur das. Wenn das nicht schnell mit hoher Effektivität geschieht, dann sieht es auf Dauer nicht gut aus für unsere Leidenschaft (ganz gleich welcher Ausprägung).

Na egal. Ich hab"s wenigstens versucht.



Deshalb meine Frage nach deinem Fahrzeug. Ich kann nicht Wasser predigen & Wein trinken. Das Problem ist doch bei Motorrädern, das eine Maschine wie die von Dir zitierte GSX-R 1000 grad mal 5,9L/100km braucht bei 180PS. Im Vergleich zu einem ähnlich sportlichem Auto ist das gar nichts, denn da braucht"s viiiieel mehr als 200PS. So gesehen sind gerade die leistungsstarken Motorräder sehr sparsam, denn 1/3 des Verbrauchs bei 1/20 der Leistung (ich geh jetzt mal von ca. 9PS bei einer Innova aus) ist nicht gerade sparsam. Aber das Hauptproblem ist doch, das man bei Motorrädern gar nicht soviel einsparen kann, das es sich lohnt. Wenn man für einen um 1.000,-€ höheren Grundpreis 1L Sprit/100km spart, braucht"s bei Benzinpreis von 1,20€ schon über 83tkm um das wieder einzusparen. Selbst bei 1,50€ wären das noch über 66tkm. Wieviele Leute fahren ein Motorrad überhaupt so lange? Zumal mich die benötigten Reifen und die vielen Inspektionen viel ärmer machen würden, als wenn ich einen Kleinwagen fahren würde (und das sicherer & komfortabler).

Man kann bei Motorrädern ohne Kostenexplosion deutlich beim Verbrauch und Abgas verbessern. Es gibt seit der Umstellung von Euro 2 auf Euro 3 genügend Beispiele, dass die Aussage der Industrie bei Motorrädern gaebe es nichts zu sparen unwahr ist. Der Verbrauch ist außerdem nicht alles, das sagte ich aber schon.

Derartige Vergleiche wie der zwischen einer Supersportmaschine in der 200 Ps Klasse und einem Auto bezüglich den möglichen Fahrleistungen sind nach Zahlen sicher richtig. Gleichzeitig zeigt es wie man reale Zahlen benutzen kann, um sich unreale Rechtfertigungen zu verschaffen. Das ist so, weil solche Kräfte im realen Leben für 99 % der Menschen irrelevant und nutzlos sind.

Warum bitte soll man etwas immer weiter entwickeln, das
1. dem Verbraucher sowieso schon mit großem Überfluss zur Verfügung steht, und
2. darum gar keinen echtes Unterscheidungsmerkmal zum Mitbewerber mehr liefert?

Hätte man nur die Hälfte der Ressourcen welche seit über 30 Jahren mit jedem Modelljahr aufgewendet werden, um 2 mehr-Ps und 3 Gramm weniger herauszuquetschen in effektivere Konzepte mit verbessertem realem Nutzwert fuer den Menschen investiert, dann wäre die Motorradindustrie jetzt nicht in einer so sensiblen und angreifbaren Position. Und die supersportlichen Motorräder die Du so liebst sähen heute kaum anders aus, ausser das sie eventuell mit 5 Ps weniger kaemen.

Im übrigen, Aussagen wie „Du kannst nicht Wasser predigen wenn Du Wein trinkst“ sind kein Argument, sondern nur dazu gedacht Argumenten des Opponenten den Wind aus den Segeln zu nehmen indem man ihn als unglaubwürdig darstellt - eine beliebte rhetorische Taktik bei denen, die selber keine wirksamen Argumente mehr zur Verfügung haben. Ich fahre eine R 1200 GS und spreche die Frage nach besseren Konzepten für die Zukunft an. Das ist durchaus kein Widerspruch.

Viele Menschen in Asien stehen vor der Entscheidung, ob sie von Sandalen auf ein Fahrrad umrüsten sollen, oder vom Fahrrad auf ein Moped, oder vom Moped auf ein neues Motorrad oder Roller, oder einen kleinen ollen Gebrauchtwagen. Das Marktspiel „Auto gegen Motorrad“ ist in den meisten asiatischen Ländern voll entbrand. Wenn man weiter auf die alten Rezepte setzt, dann wird man hier auch in einer Nische enden.

Ich kann keine schlüssige Antwort liefern, Peter, aber ich versuch"s mal aus meiner Position auf das Thema einzugehen.

Wir (meine Frau auf dem Sprung zur beruflichen Selbstständigkeit) und ich wohnen auf dem Land und besitzen ein Auto. Wenn sich meine Frau nun beruflich verstelbständigen will stellt sich zwingend die Frage nach dem 2. Auto (von wegen Logistik und so). Diese Frage haben wir auf zwei unterschiedliche Arten beantwortet.

1. Es gibt kein 2. Auto.
2. Wir werden uns einen Gilera Fuocco und eine Piaggio Ape zulegen. Gründe? Wintersicher sind sie beide und anstatt 1,x Tonnen jeweils zu bewegen, reichen vergleichbare Zuckerwassermotörchen, um die zusammengezählten 780kg (leer, natürlich) von A nach B zu bewegen. Zudem genügen beide unserem individuellen Mobilitätsbedürfnisse und machen sogar Spass. Das Beste dabei: Begnügen sich beide mit dem Verbrauch eines normalen Autos.

Aber: Ich wünsche mir z.B. genau so ein Konzept wie bei Piaggio/Gilera mit den Dreirad-Rollern, aber auf Hybrid-Basis. Da müsste doch die 2 Liter-Grenze zu knacken sein.
SO sieht für mich die Zukunft des mobilen Alltags aus, sofern er denn individuell sein muss.

Ob"s die Elektro-Motorräder bis in den Alltag bringen sehe ich noch nicht sol. Spätestens bei der Anzahl Steckdosen bei der Arbeitsstelle wird"s dann etwas eng …

Aber so Dreirad-Projekte dürften die Hybrids mindestens auch in unser Hobby bringen. Klar ist auch: Damit wird keines meiner übrigen Schätzchen verdrängt.
Hier rede ich vom Motorrad für den Alltagsgebrauch. Und dafür tut"s dann so ein Roller allemal.

Gruss

Sam



Zu meinen „Sportmaschinen die ich so liebe“ sag ich nur das ich wahrscheinlich nicht mehr PS hab als Du, denn ich hab auch nur 98. Wieso fährst Du eine 1200er? Tut"s die 800er nicht? Da könntest Du ohne zusätzliche Kosten locker einen Liter Benzin/100km sparen. Jetzt sag nicht da fehlt die Leistung oder die Maschine ist zu schwer. Einen Verbrauchsvorteil kann ich bei der GS trotz der deutlich geringeren Leistung gegenüber der GSX-R nicht erkennen. Das Argument „Koffer auf Autobahnetappen“ wie im Bericht in der Motorrad genannt finde ich nicht wirklich berauschend, denn die GSX-R wurde dafür sicher deutlich schneller bewegt.

@Hansam:
Das ist sehr löblich! Und die verbrauchen zusammen soviel wie ein Auto oder jedes für sich? Für mich addieren sich bei solchen Fahrzeugen die Nachteile der jeweiligen Konzepte:
Unsicher wie ein Motorrad im Falle eines Unfalls und fast so unhandlich wie ein Auto.
Und für den Preis der 2 Gefährte (Wieso eigentlich 2? Habt Ihr das Auto verkauft?) hätte man sicher auch ein Auto kaufen können…

Verbrauch (gerechnet) von beiden zusammen: 7,8 Liter.
Das Auto wird nur noch für Langstrecke (Familie in Frankreich) benutzt.
Unser Auto (Diesel) verbraucht im Schnitt 6,2 - 6,5 Liter. Bei 2 würde das … genau.
Ergo: wir sparen uns was zusammen, vor allem auch, weil die Steuern z.B. für den APE auch noch für ein Motorrad sind.

Und zum Thema Nachteile: Lieber im Roller durch den Regen an allen vorbei als 2 h im Stau, dafür trocken.

Wurde aber anhand einer Entscheidungstabelle evaluiert (und nein, nicht einfach eine gestutzte, sondern mit allen Aspekten) und unser erstes Bauchgefühl wurde bestätigt.

Kann aufgehen.

Aber wie gesagt: Passt nur auf unseren Fall. Bei anderen ginge das wahrscheinlich nicht (z.B. wenn man 50 km zur Arbeit hätte anstatt wie wir 25).

Gruss

Sam

Find ich echt cool das das bei Dir so funktioniert. Ich kann das leider nur machen wenn ich keine Termine hab wg. der Helmfrisur. Ich mag allerdings keine Roller, deshalb kommt sowas für mich nicht in Frage. Wobei ich in letzter Zeit immer mehr „Großroller“ sehe. Da setzt sich vielleicht ein gewisser Sparwille durch (oder die Motorradfahrer werden älter und kommen mit dem Bein nimmer so hoch ;)). Bei mir läge die größte Sparmöglichkeit sowieso darin, das Motorradfahren ganz zu lassen, denn auf 10km/Tag kann man gar nicht soviel einsparen wie ein zusätzliches Gefährt kostet .
Aber steht dann bei Euch das Auto nur rum? Ich mein die Ape oder der Roller sind ja auch net gerade Schnäppchen in der Anschaffung, da musst Du scho sehr viel fahren um das einzusparen.

Grüßle Mark

Sowas kauft man natürlich gebraucht, versteht sich.
Ach ja, und warum Roller, wenn man schon x Motorräder hat? Ganz einfach: Wetterfest. D.h. eine Wasserdichte Jacke genügt anstatt den Fisch anzuziehen.
Und der Diesel steht dann einfach rum.

Und gegen Helmfrisur helfen kurze Haare …

Gruss

Sam



Jaja, klar.

Gruss,
p.

die frage war:
wo sind die modelle die uns die zukunft bringen?

diese frage beantworte ich für mich wie folgt: es ist mir sche…egal was so ein motorrad an benzin verbraucht, wieviel ps es hat oder wie hoch der nutzwert ist. spass muss es machen.
und wenn ich mich draufsetze muss es mich zum losfahren einladen.
der erste eindruck zählt.
auf der imot in köln habe ich auf vielen motorrädern probe gesessen. interessanter weise hatte ich diesen positiven ersten eindruck nur auf einem einzigen fahrzeug: dem 400er burgman roller von suzuki. kein einziges motorrad konnte mich überzeugen.
wie soll ein motorrad spass machen wenn schon der erste eindruck negativ ausfällt.
zahlen, wie zb. technische daten oder preis waren zweitrangig