Alle Erfahrungen zur MV Agusta Brutale 800 RR
Meine erste MV - die Brutale 800RR ist ein tolles Bike.
Nach meinem Wiedereinstieg mit einer KTM Duke 790 (hatte ich einmal etwas zu geschrieben) und 24.000 Km (04/23-07/25: 2x Südfrankreich, Sardinien, Nordportugal (Duoro-Tal), Korsika, Andalusien, Pyrenäen (Anreise immer mit dem Anhänger)) sah ich die Brutale bei meinem MV (KTM) Händler in Köln. Zwei Tage überlegt und dann gekauft. Ist aus '23 mit einer Tageszulassung in 12/24 und der ersten Inbetriebnahme durch mich im August 2025. Seitdem bin ich ich etwas über 10.000 Km gefahren: Bergisches Land und etwas Eifel - und zwei tolle Touren in Südfrankreich/Ausläufer südfranzösische Alpen (nördlich Nizza, u.a. Col de Turini, s. Foto) und jetzt in der Toskana (z.B. Poggibonsi - Montevarchi: tolle Strecke), zusammen etwa 4.000 Km (Anreise mit Anhänger). Was habe ich gemacht? Einen zentralen und kleinen Kennzeichenhalter (sieht gut aus - der Spritzschutz ist allerdings kaum noch vorhanden) und in der Weite verstellbare Fußrasten (meine Daytona Security Evo G3 brauchen etwas Platz) montieren lassen und eine verbesserte Sitzbank eingebaut (über Ebay in Italien gekauft und bei einem Fachbetrieb in Köln-Kalk ein wenig aufpolstern lassen, die Originalsitzbank wollte ich mir erhalten). Ich habe jetzt den zweiten Satz Bridgstone S23 aufziehen lassen - mit dem Pirelli Diabolo Rosso IV war ich nicht so glücklich. Der braucht Temperatur und die ist im normalen Landstraßenbetrieb nicht richtig aufzubauen. Mit dem Bridgestone wird zudem das Phänomen des Hineinfallens in langsam gefahrene Kurven gut ausgeglichen.
Das Fahrwerk ist echt klasse, super wendig, tolle Schräglagentiefe und das geringe Aufrichten bei Bremsen/Gas wegnehmen in Schräglage kann gut genutzt werden, um die Brutale im Kurvengeschlängel schnell umzulegen; man hat einen guten Knieschluss (ich bin knapp 1,80 m groß) und ist toll integriert in das Bike, wohl auch wg. der Form des Tanks); am Fahrwerk braucht man Nichts einzustellen (so wie früher bei meinen Ducatis (748/996/999): „aus der Kiste auf die Piste“). Der Motor ist eine Wucht. Superelastisch und im 3. Gang kann alles in der Stadt und auf der Landstraße gefahren werden. Die Brutale zieht sogar im 6. Gang ab 60 km/h ruckelfrei hoch bis zur Endgeschwindigkeit (Tacho zeigt dann etwas über 260 an). Ich musste mich nur an die hohen Drehzahlen gewönnen. Die Bremsanlage ist top und der Lenkungsdämpfer (mittlere Stufe) arbeitet ebenso unauffällig wie der Quickshifter. Der Sound ist natürlich gigantisch - etwas leiser täte es aber auch! Die Optik ist toll, ein klassischer Scheinwerfer würde aber noch besser passen. Der Sitzbankaufbau ist sodann nicht nur stylisch, sondern auch sehr praktisch, da man durch die untere Öffnung prima die Befestigungsgurte von Hecktasche und Tank-/Kartentasche legen kann. Und einem Tempomat hat die Brutale auch - ganz einfache Technik (nur an/aus - fertig), aber es hilft, wenn man einmal die rechte Hand etwas ausruhen lassen will. Ansonsten kann über die Elektronik viel gemacht und angezeigt werden (‚Schnick-Schnack‘) wie z.B. die Schräglagengradzahl und einen Limiter und eine Launch-Control gibt es auch noch - das lenkt nur vom Fahren ab und Rennstrecke fahre ich nicht. Zum Spritverbrauch/Tanken: Bis die Reserveanzeige sich meldet, komme ich i.d.R. etwa 200 Km weit. Das ist O.K. - Pausen sind ja nicht schädlich.
In Summe: eine gute Entscheidung, die MV gekauft zu haben. Gruß aus Köln. Helmut
