Der Standpunkt: Dieser Besuch führte sich selbst ad absurdum
22. Juni 2006
ANDREAS KOLLER
Disziplin in den U- und Straßenbahnen. Menschen in Straßencafés. Auffallend wenige Autos. Handel und Wandel, beschauliche Betriebsamkeit an allen möglichen Ecken der Stadt: Das anlässlich des Besuchs von US-Präsident George W. Bush angekündigte Chaos ist ausgeblieben.
Aber nur dann, wenn man unter Chaos den völligen Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung versteht. Derlei liegt den Österreichern nicht, derlei ist Wien erspart geblieben.
Das Chaos fand dennoch statt. Und zwar insofern, als zehntausende Wiener, tausende Einpendler, hunderte Touristen ihren Tagesablauf in jeder Hinsicht den US-Sicherheitsbehörden und ihren österreichischen Helfern unterordnen mussten. Insofern, als der Pulsschlag, das Leben einer Millionenstadt 24 Stunden lang im Takt des Herrn Bush schlug. Insofern, als Läden nicht öffnen durften, Patienten ihre Arzttermine versäumten, Kinder unabgeholt blieben, die Wiener auf private und geschäftliche Wege verzichten mussten. Insofern, als zur nachmittäglichen Stoßzeit die halbe Innenstadt inklusive Ring- und Kärntner Straße für rund anderthalb Stunden für jeglichen Auto-, Personen- und Straßenbahnverkehr abgeriegelt wurde, auf dass Präsident Bush zum Händewaschen und Hemdenwechseln ins Hotel fahren konnte. Insofern, als Tausende an den Straßensperren ihre Arbeits- und Lebenszeit vergeudeten. Insofern, als noch Stunden nach Bushs Abreise Demonstranten wenig sinnhaft durch die Straßen zogen. Insofern, als die überbordenden Sicherheitsmaßnahmen paranoide Züge aufwiesen. Insofern, als Wien den Status einer von fremden Sicherheitskräften besetzten Stadt hatte.
All das ist wohl Chaos genug.
Und es wirft die Frage auf, welchen Sinn ein Besuch wie der des amerikanischen Präsidenten hat. Gewiss, die österreichische EU-Ratspräsidentschaft kann sich rühmen, dass Präsident Bush auf österreichischem Boden deutlich wie selten den Wunsch geäußert hat, das umstrittene Gefangenenlager Guantanamo zu schließen. Doch dieses Zugeständnis an die europäischen Partner war überfällig. Es wäre auch erfolgt, wenn die EU-Ratspräsidentschaft in unauffälligerem Rahmen, und ohne den Belagerungszustand in einer Millionenstadt auszurufen, mit dem US-Präsidenten zusammengetroffen wäre.
Besuche wie jener George W. Bushs in Wien führen den Sinn eines jeden Besuchs - die Anbahnung eines Dialogs, die Vertiefung einer Beziehung, die Begründung einer Freundschaft - ad absurdum. Bushs Besuch, der den Charakter einer Besetzung hatte, hat zu alldem nicht beigetragen, ganz im Gegenteil.
Die Staatenlenker werden sich andere Formen der Kommunikation einfallen lassen müssen, wollen sie nicht vollends den Kontakt zu ihren Bürgern verlieren.
© SN.
Ich hätte auch gut und gern auf diesen Mann verzichten können. Aber das ist meine persönliche Meinung. Und auf den Kommentar, dass er sich vorstellen könnte, uns wieder die „Ehre“ zu geben kann ich nur sagen - er soll bleiben, wo der Pfeffer wächst!!!
so a aufruhr für „nur“ einen menschen (?) …
.-)
a liaber Mensch warat - z.B.: wia a Mutter Theresa, dann tätn die Leut viel freiwillig auf sich nehmen, aber wegn dem …
aber für die resi muasst eh koa stodt + flugahfen sperren!
.-))
mehr. Ich nur gmeint, dass es a bisserl vom Menschen abhängt und der Dschordschdabelju hat ja net sehr viele Anhänger in Österreich!
aber eins derf ma ned vergessen
eh…
meines wissens
gedanken am rande:
bin da absolut deiner meinung
nur ned aufregen…
nicht alle über einen kamm scheren.
ganz so is
is nur schade …
hast schon recht
ich meine nicht die indianer
welche kirche meinst du?
Dem stimm ich voll inhaltlich zu
- wofür???
für macdonalds? cocacola? starbucks?
oder dass mehr einfache gemüter in die USA reisen?